Ich bin von Haus aus ein Optimist.
Trotz aller Schwierigkeiten habe ich mich aber nie entmutigen lassen…
Stepan Horetschyj wurde am 04.06.1929 in der Stadt Rawa-Rusjka (jetzt Rajon Zhowkwa, Lwiwer Gebiet) geboren. Er war der jüngste Sohn von Anastasia und Mychajlo Horetschi, die insgesamt drei Kinder hatten. Der Vater arbeitete als Assistent des Eisenbahningenieurs, die Mutter führte den Haushalt. Die Familie Horetschi beteiligte sich aktiv an der Organisation „Proswita“ und die Mutter war darüber hinaus Mitglied der Organisation „Soyuz Ukrainok“. In den Jahren 1936-1939 ging Stepan in die polnische Grundschule. Im Jahr 1939 wiederholte er die zweite Klasse der sowjetischen Mittelstufenschule, wo er bis 1941 gelernt hat. Im Jahr 1943 nahm er Privatunterricht bei Pavlo Bilyk, ein Jahr später ging er in die achte Klasse der sowjetischen Schule, die er im Jahr 1947 beendete.
In demselben Jahr arbeitete er als Depot-Kassierer bei der Bahn, wo er die Eisenbahner, die mit OUN verbunden waren, kennengelernt hat. Im Jahr 1948 war er schon Abteilungsleiter der Allgemeinabteilung im Stadtbezirkskomitee und arbeitete mit OUN zusammen. Er war für die Verbreitung von „Samwydaw“, Bofony verantwortlich. Am 23.04.1949 wurde er verhaftet. Während der Untersuchung verbrachte er mehrere Monate in Lwiwer Gefängnissen: in der Sudowastraße und im „Bryhidky“. Am 28.06.1949 wurde er nach Artikel 20, 54–1 „a“ („Zusammenarbeit mit OUN“, „Landesverrat“) des Strafgesetzbuches der UdSSR zu 25 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Im Oktober 1949 wurde Stepan auf den Schub vom Lwiwer Gefängnis № 25 in die GULAG-Lager gebracht. Stepan hat Strafen in den Lagern für Besserungsarbeit in Kenhir, Spasjk, Aktas, Karabas, Saran (jetzt Kasachstan), Norilsk (jetzt Russland) ertragen. Mehrmals wurde er in den Straf-Isolatoren und Lagergefängnissen eingesperrt. Im Jahr 1953 nahm er am Aufstand von Norilsk teil. Später verweilte er in den Lagern für Besserungsarbeit, wie „Juwilejnyj“, „Cholodnyj“ (jetzt Magadan Gebiet, Russland).
Am 22.03.1955 wurde er entlassen und kehrte nach Hause zurück. Im Jahr 1956 heiratete er Sinowija-Iwanna Ottschak. In demselben Jahr zog die Familie in die Stadt Zhydatschiw im Lwiwer Gebiet. Sie bekamen zwei Kinder: die Tochter Maria und den Sohn Jurij. Seit 1956 arbeitete Stepan als Elektriker beim Papier- und Pappkonzern in der Stadt Zhydatschiw, später als Obermeister. Von 1958 bis 1967 studierte er per Fernstudium an der Universität „Lwiwska Politechnika“, Fachrichtung Ingenieur – Elektriker. Im Jahr 1984 zog die Familie in die Stadt Lwiw, wo Stepan als Ingenieur beim Unternehmen „Stromnetz Lwiw“ arbeitete. Von 1998 bis 2013 war er Leiter der Organisation „Proswita“ im Halytski Viertel in der Stadt Lwiw. Er war aktives Mitglied in den Organisationen „Union der politischen Gefangenen der Ukraine“, „Bruderschaft OUN-UPA“. Stepan wohnt in Lwiw.
Bearbeitet von Ljudmyla Lewtschenjuk