
Lidija Zubanenko
12. Februar 1927 – geboren im Dorf Luchshino, Smolensk Region (Russland) Seit 1935 – Schulzeit Seit 1942 – wurde sie Zeizeugin Seit 1942 – wurde sie nach Weißrussland, dann 1944 – nach Smolensk und anschließend 1945 in die Region Kherson umgezogen. 1954 – Heirat 1956 – Teilnahme am 20. Parteitag der KPdSU 1959 – Mutter geworden 1966 – zog sie mit ihrer Familie in die Region Dnipropetrovsk, Dorf Pischtschanka, hier ist sie im Jahr 1978 Großmutter von zwei Enkelkindern und in den Jahren 2004, 2010 und 2015 Urgroßmutter geworden.Zuyew Fedir Dmytryjowytsch und Zuyewa Evdokia Yosypiwna und Naikanor – mein lieber Onkel, der vor dem Krieg starb. Seine Frau wurde Witwe. Sie hatten fünf Kinder, die an Krankheiten starben. Da war noch Tante Mariuscha (die Frau des Vaters des Bruders). Wenn meine Mutter zur Arbeit ging, half sie uns beim Haushalt. Wir hatten eine Schule hinter dem Fluss, diese war zu weit weg. Mein Onkel (Nikanor) liebte mich so sehr und wartete auf mich am Tor, wenn ich aus der Schule zurückkam. In der Schule gab es verschiedene sportliche Aktivitäten. Die Sporthalle war riesig, wo es solche Wörter gab:
„Geht ihr Kinder sicher, ein zwei drei! Und jetzt sind wir wieder im Kreis. Kopf links – eins zwei drei! Kopf rechts – eins zwei drei!“
Ich möchte dazu sagen: „In unserem Dorf lebten zwei Lehrerinen. Sie arbeiteten von langer Zeit. Sie wurden von allen sehr respektiert. Das waren zwei Schwestern: eine jüngere, die andere war älter. Sie lebten in einem Haus zusammen. Oft besuchte man sie, um Rat zu fragen.“
Es war Sonntag, alle Leute schliefen, denn alle haben frei. Plötzlich reitete der Wächter zu Pferd und klopfte an Fenster: „Krieg!“.
Unser Dorf war so groß, lang und sofort voll von Menschen … Als der Krieg begann, war ich 13 Jahre alt und Sina (meine jüngere Schwester) war 8 Jahre alt. Im Jahr 1941 begann der Krieg, 1942 wurden wir vertrieben. Wir wussten bereits, dass es sich um Gräben, Granaten und Bombardierung handelt.
Zuerst kamen zu uns Italiener. Wir waren im Graben, aber meine Mutter war so unsicher, sprang heraus und sagte: „Da sind einige Soldaten auf der Straße in brauner Uniform!“. Die Deutschen tragen grüne Uniform, aber braune Farbe … haben Italiener.
Als die Deutschen kamen, nahmen sie unsere Sammlung von Puschkin weg. Das war eine vollständige Sammlung. So ein großes Buch, wo A. S. Puschkin geschrieben wurde. Dazu noch schöne Illustrationen. Dort geht es um Ibrahim-Großvater und Natalia-Schönheit.
Im Jahr 1942 war es immer noch schrecklich, da die Deutschen die Front hielten und Moskau immer noch umzingelten. Aber um etwas zu „fressen“, sollte man Vieh austreiben. Meine verstorbene Mutter sagte: „Das Vieh wurde ausgetrieben, da das Dorf groß war, hörte man schreckliches Brüllen.“ Sie dachte, sie würde verrückt werden wegen diesem Brüllen.
Der Vater war seit der Kindheit behindert, trotzdem mähte er das Gras und tat alles. Und der Vater sagte: „Sie kommen und sollen wieder gehen! Eine Menge von Menschen wird wahrscheinlich umkommen!“
Im Jahr 1942 wurden wir aus dem Haus vertrieben: Die Dörfer brannten, die Häuser brannten. Und wir sollten nach Weißrussland … oder nach Deutschland, Gott wusste nur, wohin weiter. Drei Tage wurden wir von den Deutschen hergetrieben. Viele Menschen kamen wegen schrecklichem Frost, Schnee um. Diejenige, die fliehen mochten, wurden sofort erschossen. Wir gingen vorbei und sahen zwei Lehrerinen, die auf dem Schlitten saßen. Die waren schon getötet. Und dann erinnerte ich mich noch an eine rote Decke und ein kleines Kind, das verlassen wurde … Vielleicht haben seine Eltern es verlassen, vielleicht seine Mutter gemordet wurde. Also überquerten wir 800 Kilometer zu Fuß. Und dann wurden wir von den Polizisten hergetrieben. Dann bekamen wir einige Pausen. Manchmal traten wir ein Haus ein, aber das Haus war leer. Nur die Betten wurden ausgebreitet, das Brot lag, aber niemand war schon da, alle wurden hergetrieben.
Unterwegs erkrankten meine Tante Mariuscha und Vater an Typhus und starben. Irgendwie fragte ich: „Vater … (Bei uns sagte man Tiatia) … wurden wir weiter hergetrieben? “ Er antwortete: „Lida, du kennst mich, egal wo ihr seid, ich werde euch finden!“ Am Morgen ging man weiter, aber mein Vater war schon tot. Man warf ihn irgendwohin.
Später fragte ich meine Mutter danach, aber ich verstand nichts: „Und wie ertrugst du dann alles?“. „Ich“, sagte sie, „ich habe an nichts gedacht. Nur nahm ich euch bei den Händen, damit ihr in der Nähe wart. „
Wenn jemand einen falschen Schritt machte, dann wurde er erschoßen. Der Weg war voll von den Leichen. Dann wurden die Leichen verbrannt, damit niemand etwas erfuhr. Danach erkältete sich meine Mutter und kam ins Krankenhaus. Wie waren die Krankenhäuser?! Leere Höfe! Ich musste weiter 20 Kilometer gehen. Ich übernachtete die Nacht und kehrte zurück. Da es Ostern war, aß ich Ostereier. Ich kam zurück, um Sina und Mutter über den Wohnort mitzuteilen. 1943 zogen die Deutschen zurück. Noch im Weißrussland sammelten wir verschiedene Dinge. Einmal bummelte ich mit Sina durch den Wald. Da sah ich unser Zelt… dort saßen unsere Soldaten, mit Sternchen auf der Uniform. Sie riefen uns: «Mädchen, kommt ihr». Sie fragten uns, ob wir die Deutschen gesehen hatten. Wir antworteten: «Keine». Da war auch die розвідка. Als wir ins Dorf (Smolensk Gebiet) kehrten, wussten wir schon, dass dort nichts gab. Da blieb nur ein Schuppen und ein Haus, wo wir blieben. Dort lebte noch meine beste Freundin Jewdokia Mykhajliwna Jermakowa. Dann bekamen wir den Brief aus Cherson. Im Brief stand, dass meineTante Mania (Vaters Cousine, die führende Melkerin im Kolchose) über uns erfuhr. Sie wusste, dass nur ich und Sina lebendig waren. Sie gab uns die Adresse, damit wir zu ihr fahren. Wir fuhren von Smolensk (die Haltestelle «Drohobusch») nach Apostolow. Die Fahrt dauerte 11 Tage. Am Siegtag versmmelten sich alle im Dorf. Eine Lehrerin tritt mit solchen Wörtern auf: «Der Krieg vergeht und wir „heilen die Wunden. Das Leben wird sprudeln!» So war es: die Fabriken wurden wiedergebaut. Hier ist mein Ehemann Hryhorij Nykonowytsch Subanenko, geboren 1925. Ich weine, dass ich meine Kindheit wegen dem Krieg verlor. Mein Ehemann erzählt über das Leben im Konzentrationslager. Man warf ihn als, ob er tot war. Аber sein Onkel Schtscherbyna, wusste, dass er lebendig war. Er zog ihn zurück. Der Onkel rettete ihn.
Sie arbeiteten dort. Die Deutschen gaben Arbeit, z.B. man konnte etwas schleifen. Und der Deutsche, der ein Meister war, sah, dass er so dünn und müde ist. Da kam er und nannte ihn „Tego“ statt „Grischa“. Er gab ihm auch ein Stück Brot mit Margarine. Dann streichte er mit seinem Finger, damit er zum Schweigen. Er sagte, dass dieser Meister ihn rettete. Im Konzentrationslager war er mit seiner Cousine aus Krivyy Rig. Beide wurden von Amerikanern gerettet /befreit. Sie brachten große Kisten mit Brot und Wurst. Alle mochten essen, aber wegen der Übersättigung starben viele. Da sagte ihm seine Cousine – nein! Während 2 ersten Tage gab sie ein bisschen Wasser, ein Stück Brot. Bisher hat der Körper gemeistert/angewohnt. Dann aßen sie alles. Und dann wurde er in die Armee gebracht.
Ich liebe dich und lass es alle wissen! Ich werde die Liebe nicht verstecken. Ich liebe dich und mein Herz wiederholt: Ich liebe dich, ich liebe dich!
Nimm alles aus dem Leben, was du kannst! Die Liebe und das Glück – es ist egal. Man kann das Leben nicht multiplizieren, man kann nicht zweimal leben.
Die Interviews werden in den Originalsprachen oder Transkriptionen davon wiedergegeben, unter Berücksichtigung von nationalen, regionalen und individuellen Sprachmerkmalen.
